Notice: Constant WP_MEMORY_LIMIT already defined in /var/www/clients/client418/web1693/web/wp-config.php on line 94 Steuerstrafrecht und Selbstanzeige – QJS Queck Jobst Schäfer | Steuerberater Wirtschaftsprüfer | Regensburg Cham

Steuerstrafrecht und Selbstanzeige

  • Steuerhinterziehung und Selbstanzeige

    Steuerstrafverfahren nehmen mittlerweile einen breiten Raum im Strafrecht und in der öffentlichen Diskussion ein.
    Damit einher geht eine deutliche Verschärfung der Sanktionen und des Strafmaßes.

    Die bereits in Vorjahren geänderten Möglichkeiten einer strafbefreienden Selbstanzeige sollen weiter eingeschränkt werden.

    Informieren Sie sich hier über dieses wichtige Thema!

Ermittlungen der Finanzbehörden

Sehen sich dem Vorwurf der Steuerhinterziehung ausgesetzt? Wird von der Steuerfahndung gegen Sie ermittelt, weil Sie möglicherweise

  • Betriebseinnahmen bei Einkünften aus selbständiger Tätigkeit, einem Gewerbebetrieb oder Land- und Forstwirtschaft nicht erklärt haben?
  • Einnahmen aus Kapitalvermögen, z.B. aus Auslandskonten, nicht erklärt haben?
  • Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit  oder Vermietung und Verpachtung nicht in Ihrer Einkommensteuererklärung enthalten sind?
  • Geltend gemachte Betriebsausgaben oder Werbungskosten nicht existieren oder privat veranlasst sind?
  • Scheinrechnungen erteilt haben?
  • Erbschaften von nicht versteuertem Vermögen verschwiegen haben?
  • Schwarzgeldkassen führen?

Erfahrung und Fachkompetenz

Steuerstrafverteidigung wird auf der Grundlage des Steuerrechts geführt. Daher unerlässlich, dass Ihre Interessenvertretung nicht nur Randkenntnisse im Steuerrecht hat, sondern Spezialist im Steuerrecht ist. Gleichzeitig ist strafrechtliches Know-How und Erfahrung erforderlich, die wir in Kooperation mit erfahrenen Strafrechtlern anbieten können.

Das Strafmaß hängt bei der Steuerhinterziehung entscheidend von der hinterzogenen Steuer ab. Als Spezialisten klären wir die Steuerrechtsfragen – auch in einem Verfahren vor den Finanzgerichten. Unsere Tätigkeit hat zum Ziel, im Rahmen der gesetzlichen Schranken strafrechtliche Sanktionen zu minimieren oder zu verhindern und Steuernachzahlungen auf das notwendige Maß zu beschränken.

Wann immer möglich wird eine diskrete Beendigung des Steuerstrafverfahrens unter Ausschluss der Öffentlichkeit angestrebt.

Auf Ihren Wunsch arbeiten wir mit Ihrem für Sie bereits tätigen steuerlichen Berater eng zusammen, um eine optimale Lösung zu erreichen. Selbstverständlich gewähren wir hierbei gegenüber unseren Kollegen Mandatsschutz.

Unsere Leistungen

Im Steuerstrafverfahren unterstützen wir Sie umfassend in Kooperation mit Strafrechtlern.

Leistungen im Steuerstrafverfahren

  • Interessenwahrnehmung gegenüber der Steuerfahndung,
  • Tatsächliche Verständigung im Steuerstrafverfahren
  • Verteidigung vor Strafverfolgungsbehörden
  • Beistand bei Hausdurchsuchungen
  • Maßnahmen gegen Arreste und Beschlagnahmen

Flankierende Maßnahmen

  • Einspruch und Finanzgerichtsverfahren bei Steuerstreitigkeiten
  • Tatsächliche Verständigung im Besteuerungsverfahren
  • Aussetzung der Vollziehung und Stundungsverfahren
  • Vertretung im Vollstreckungsverfahren

Mit welcher Strafe ist zu rechnen?

Das Strafmaß

Die Höhe der hinterzogenen Steuer und die Dauer der Hinterziehung stellen die wesentlichen Rahmendaten für das festzulegende Strafmaß dar. Dabei kommt es auch darauf an, ob die Steuern dauerhaft hinterzogen wurden oder nur auf Zeit verkürzt sind. Die Tendenz der letzten Jahre deutet auf eine härtere Behandlung von Steuerstraftaten.

Ein Leitsatzurteil zur Strafe bei Steuerhinterziehung hat der 1. Senat des Bundesgerichtshofs bereits in 2008 getroffen. Seitdem gilt, dass bei einer Hinterziehungssumme von über 100.000 Euro in der Regel keine bloße Geldstrafe mehr, sondern eine – gegebenenfalls zur Bewährung auszusetzende Freiheitsstrafe zu verhängen ist. Bei einer Steuerhinterziehung von 1 Mio. Euro muss mit einer Haftstrafe ohne Bewährung gerechnet werden.

Bei einer Steuerhinterziehung von weniger als 100.000 Euro wird zumeist eine Geldstrafe ausgesprochen.

Freiheitsstrafe

Die Straftatbestände des Steuerstrafrechts sehen für eine Einzeltat bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe vor; im besonders schweren Fall reicht der Strafrahmen bis zu zehn Jahren. Sind mehrere Steuerhinterziehungen gleichzeitig begangen worden (z.B. wurde Einkommensteuer in mehreren Jahren hinterzogenen) so kann die Strafe bei Steuerhinterziehung bis zu 15 Jahre betragen. Dieser Strafrahmen ist allerdings eher theoretischer Natur.

Geldstrafe

Die Geldstrafe bei Steuerhinterziehung wird in Tagessätzen bemessen. Die Höhe des Tagessatzes bemisst sich gemäß § 40 StGB nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen. Dabei können 5 bis 360 Tagessätze für eine Steuerhinterziehung, bei Tatmehrheit bis zu 720 Tagessätze verhängt werden. Die Höhe eines Tagessatzes reicht dabei von einem Euro bis 30.000 Euro. Damit ergibt sich eine mögliche Strafe von 5 Euro bis zu 21,6 Millionen Euro.

Wenn noch nicht ermittelt wird: Die Selbstanzeige

Eine Selbstanzeige ist ein komplexer Prozess voller Fallstricke. Wer hier Fehler macht, kann trotz der Selbstanzeige strafrechtlich belangt werden und muss neben Steuer- und Zinsnachzahlungen mit erheblichen weiteren Konsequenzen rechnen.

  • Sie wollen ein unversteuertes Konto legalisieren?
  • Sie haben ein Schwarzgeldkonto geerbt?
  • Sie haben Schwarzeinnahmen erzielt, die Sie nachversteuern möchten?
  • Sie haben Scheinrechnungen als Betriebsausgaben oder Werbungskosten geltend gemacht?

Wir beraten Sie gerne zu den Voraussetzungen einer wirksamen Selbstanzeige und den Bedingungen, die zur Straffreiheit führen.

Ablauf einer Selbstanzeige

Der erste Termin

Im ersten Termin, in dem wir mit Ihnen die Voraussetzungen der Selbstanzeige erörtern, benötigen wir noch keine weiteren Unterlagen.

Unterlagen und Steuerermittlung

In Zusammenarbeit und Abstimmung mit Ihnen beschaffen und sichten wir die erforderlichen Unterlagen. Anschließend ermitteln wir die nachzuversteuernden Beträge, die nachzuzahlende Steuer und die bis zur Veranlagung durch das Finanzamt voraussichtlich anfallenden Zinsen.

Kontakt mit dem Finanzamt

Nach Einreichung der Selbstanzeige nehmen wir Kontakt zu Ihrem Finanzamt auf und besprechen das weitere Verfahren.

Steuerbescheide

Im Anschluss ergehen die Änderungsbescheide, die von uns geprüft werden.

Nachzahlung

Die ermittelte Steuernachzahlung nebst Zinsen ist innerhalb einer vom Finanzamt gesetzten Frist zu zahlen.

Anzeige in Stufen

Sollte eine Entdeckung drohen oder eine Betriebsprüfung bislang nur telefonisch angekündigt ein, kann eine Selbstanzeige in einem ersten Schritt aufgrund einer Schätzung (mit Sicherheitszuschlag) erfolgen und anschließend in einem zweiten Schritt die Besteuerungsgrundlagen nach Auswertung der Unterlagen dem Finanzamt mitgeteilt werden (sog. Selbstanzeige in Stufen).

Vorsicht!

Die Straffreiheit tritt nicht ein, wenn die verkürzte Steuer oder der für sich oder einen anderen erlangte nicht gerechtfertigte Steuervorteil einen Betrag von 25 000 Euro je Tat übersteigt (§ 371 Abs. 2 Nr. 3 AO).

Allerdings regelt § 398a AO, dass in Fällen, in denen Straffreiheit nur deswegen nicht eintritt, weil der Hinterziehungsbetrag 25 000 Euro übersteigt, von der Verfolgung einer Steuerstraftat abzusehen ist, wenn der Täter innerhalb einer ihm bestimmten angemessenen Frist

1. die aus der Tat zu seinen Gunsten hinterzogenen Steuern entrichtet;
2. die Hinterziehungszinsen in Höhe von 6 % pro Jahr ebenfalls sofort mit den hinterzogenen Steuerbeträgen bezahlt und
3. einen Geldbetrag in folgender Höhe zuzüglich der hinterzogenen Steuer zugunsten der Staatskasse zahlt:
Höhe der hinterzogenen SteuerZuschlag in %
bis 100.000 Euro10
über 100.000 Euro bis 1 Mio. Euro15
über 1 Mio. Euro20

Praxistip: Niemals den eigenen Steuerberater einweihen

Niemals sollte mit dem Steuerberater, der Sie steuerlich laufend betreut, das Vorhaben einer Selbstanzeige besprochen werden. Sollte anschließend keine Selbstanzeige eingereicht werden, kann Sie Ihr Steuerberater bei zukünftigen Steuererklärungen, bei denen noch Hinterziehungstatbestände bestehen, nicht mehr betreuen: Er würde sich in diesem Fall der Beihilfe zur Steuerhinterziehung schuldig machen.

Wir helfen Ihnen gerne weiter!

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir beraten Sie umfassend. Wir unterstützen Sie bei der Erstellung einer Selbstanzeige. Wir vertreten Sie im Steuerstrafverfahren.