Vorweggenommene Werbungskosten beim studierenden Kind – Kostentragung durch Eltern

Seit einigen Jahren können Kinder die Kosten Ihrer Zweitausbildung (Studiengebühren, Unterbringungskosten, Fachliteratur etc.) als vorweggenommene Werbungskosten oder Betriebsausgaben steuermindernd (ggf. im Wege des Verlustabzugs) geltend machen.

Entscheidend ist es jedoch, dass die Kinder diese Kosten selber tragen. Soweit die Kinder die Kosten nicht selber wirtschaftlich tragen, liegt bei den Kindern sog. Drittaufwand vor, der im Rahmen der vorweggenommene Werbungskosten oder Betriebsausgaben steuerlich nicht berücksichtigt werden kann.

Das Finanzgericht Niedersachsen hat eine von der bisherigen Rechtsauffassung abweichende Entscheidung getroffen. Danach ist der Abzug des durch die Eltern gezahlten Aufwands beim Kind ggf. doch abzugsfähig. Voraussetzung ist , dass sich das Kind dazu verpflichtet, die von den Eltern verauslagten Beträge nach dem Eintritt in das Berufsleben an die Eltern (in Raten) zurückzuzahlen.

In diesem Fall liegen nach der Entscheidung des Gerichts keine nicht abzugsfähigen Drittaufwendungen, sondern vorweggenommene Werbungskosten oder Betriebsausgaben beim Kind aufgrund eines abgekürzten Zahlungswegs vor.

Wir empfehlen in diesen Fällen daher, entsprechende schriftliche Vereinbarungen zu treffen.

Quelle: Niedersächsisches Finanzgericht vom 25.2.2016 – 1 K 169/ 15, das Urteil ist rechtskräftig.

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